Smart Home und Überwachung – Freiheit statt Angst

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Smart Home bietet umfangreiche Möglichkeiten das Leben einfacher und komfortabler zu gestalten. Die Heizung ist bereits eingeschaltet, noch bevor man die Wohnung betritt. Die Rollläden oder Vorhänge öffnen und schließen sich morgens automatisch. Das Licht verändert die Farbe, wenn die Wohnung für den Bus verlassen werden muss etc.

Es liegt auf der Hand, dass sich durch diese neuen technischen Möglichkeiten auch neue Möglichkeiten der Überwachung ergeben. Sowohl privat durch den Partner, von Unternehmen als auch durch staatliche Stellen.

Im Privaten lässt sich das Risiko überwacht zu werden sicherlich durch geschickte Partnerwahl und offene Kommunikation in den Griff bekommen.

Unternehmen, die Ihre Kunden überwachen, unterliegen dem Risiko, dass sich Kunden bei ausufernder Überwachung schlicht von ihnen abwenden. So bleibt abzuwarten, ob sich die Google Smart Home Produkte „Nest“ am Markt durchsetzen können. Haben Verbraucher das nötige Vertrauen in Google sich einen Smart Home Rauchmelder oder Google-Nest-Thermostat in ihre Wohnung zu lassen?

Staatliche Überwachung verhindert dynamisches Wachstum des Smart Home Marktes

Bei staatlicher Überwachung sieht die Welt etwas komplizierter aus. Spätestens seit Snowdens Dokumenten ist eines sehr deutlich: Was von Geheimdiensten gemacht werden kann, wird aktuell gemacht. Und hier erweitern Smart Home Produkte sicherlich die Möglichkeiten, sei es der Luftfeuchtigkeitsmesser im Thermostat oder der Schaltablauf beim Verlassen der Wohnung. Sicherlich ermöglicht bereits das Smartphone in der Tasche eine vollumfassenden Erfassung unserer Gewohnheiten. Einen wesentlichen Unterschied im Bereich Smart Home gibt es allerdings: Das Smartphone kann theoretisch zu Hause gelassen werden, wenn jemand temporär nicht überwacht werden möchte. Fest installierte Smart Home Technik lässt sich in vielen Fällen nicht so ganz einfach vollständig deaktivieren.

Insofern scheint es denklogisch, dass sich SmartHome in totalitären Systemen nur staatlich verordnet durchsetzen kann. Es ist z. B. schwer vorstellbar, dass sich Bürger der DDR einen smarten Fernseher mit Videokamera oder einen vernetzen Bewegungsmelder freiwillig in ihre Wohnung installiert hätten.

Insofern bleibt zu wünschen, dass sich das überbordende Überwachungsbedürfnis, auch von demokratischen Staaten, umkehrt: In eine Politik, die den Bürger nicht als Feind sondern als Partner betrachtet. Dies ist nicht zuletzt für die Entwicklung des SmartHome Marktes dringend geboten.

Lösungsansätze für Smart Home Fans

Zunächst einmal ist es erforderlich, sich bewusst zu machen, dass Smart Home Technik immer auch zur Überwachung missbraucht werden kann. Dieses Thema sollte mit allen Bewohnern einer Wohnung/Haus/Land besprochen werden um Spielregeln zu vereinbaren.

Auf gleiche Spielregeln kann bei der Auswahl der Hersteller geachtet werden, also welchem Datenschutzrecht unterliegt ein Anbieter eines Services. Welche Zusicherungen macht ein Hersteller. Wir werden versuchen, diesem Bereich zukünftig auch innerhalb des SmartHome-Guides und der Smart Home Online Analyse mehr Gewicht zu schenken.

Im Bereich der staatlichen Überwachung wurden in den letzten Monaten die Hoffnungen auf eine technische Lösung (z. B. durch besondere Verschlüsselungen) regelmäßig enttäuscht. Gerade in einem sehr jungen Markt mit ständigen Innovationen wie dem Smart Home Markt würden wir die Hoffnungen auf einen effektiven Schutz vor staatlicher Überwachung deshalb auch nicht zu hoch hängen.

Wir sehen hier als einzige Möglichkeit die Politik in die Pflicht zu nehmen. Bei der aktuell geringen Neigung zum Handeln der politisch Verantwortlichen sehen wir den Gang auf die Straße als probates Mittel:

Freiheit statt Angst - Demo gegen Überwachung

Freiheit statt Angst – Demo gegen Überwachung

 

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